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Sonntag - 16 | 12 | 2018


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Entwicklung der Arbeit des Frauenhauses Emden



Die Geschichte des Frauenhauses reicht bis ins Jahr 1979 zurück.

Die Frauenbewegung Anfang der 70er hatte das Thema "Gewalt gegen Frauen" zum Teil enttabuisiert und zur Einrichtung der ersten Frauenhäuser u.a. in Berlin und in Wilhelmshaven geführt. Auch in Emden machten sich viele engagierte Frauen für ein Frauenhaus stark.


1979 – 1986


Am 28. November 1979 fand die erste große öffentliche Veranstaltung zur Gründung eines Frauenhauses für Ostfriesland statt. Frau Elisabeth Manig vom Bezirksverband Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt nahm daran teil und signalisierte Interesse an der Trägerschaft. 96 Personen wurden Mitglied in dem Förderkreis "Ein Frauenhaus für Ostfriesland".

1980 wurde eine Notaufnahmewohnung für misshandelte Frauen mit ihren Kindern in der Douwesstraße eingerichtet. Parallel dazu setzen sich weiterhin zwei Frauengruppen für ein Frauenhaus Ostfriesland ein:
1. der Förderkreis "Ein Frauenhaus für Ostfriesland"
2. die autonome Frauenhausinitiative
1981 gründete sich ein studentisches Projekt an der Fachhochschule Ostfriesland mit dem Ziel, die Arbeit mit Frauen in Emden zu etablieren – ein Raum wurde als Frauenzentrum angemietet.

1982 wurde eine 4-Zimmerwohnung als Frauennotunterkunft eingerichtet.
Der Verein "Frauen helfen Frauen e.V." gründete sich.

Ehrenamtliche Helferinnen, Studentinnen und ehemalige Frauenhausbewohnerinnen arbeiteten in der Notwohnung.

Zwei Stellen wurden als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen über das Jugendamt der Stadt Emden beim Arbeitsamt beantragt und für die Frauennotwohnung genehmigt.

Aus der Frauennotwohnung wurde ein Frauenhaus.

Aufgrund von Unstimmigkeiten bei der Finanzierung und inhaltlich unterschiedlichen Standpunkten wurde ein anderer Träger für die Einrichtung gesucht. So übernahm im Dezember 1986 die Arbeiterwohlfahrt die Trägerschaft.


1986 – 2006

Einige Zahlen:
  • 1300 Frauen und 1250 Kinder suchten bisher Schutz und Hilfe.
  • Die durchschnittliche Belegungsauslastung beträgt 60%.
  • 28% der schutzsuchenden Frauen sind im Alter zwischen 30-40 Jahren.
  • 33% der Frauen bleiben nur bis zu einer Woche im Frauenhaus.
  • Durchschnittlich 35% der Frauen kehren in die gewaltgeprägte Situation zurück.

Veränderte Aufenthaltsdauer und Einrichtung der Frauenberatungsstelle

Die Aufenthaltsdauer der Bewohnerinnen verkürzte sich und führt zu Veränderungen in der Arbeit des Frauenhauses. Nachgehende und ambulante Beratungen nehmen zu. Durch eingeschränkte Räumlichkeiten muss 1996 zusätzlich ein Beratungsraum angemietet werden.

1996 – 2003 fand in der Frauenberatungsstelle in der Friedrich-Ebert-Straße ambulante und nachgehende Beratung statt. Die stetig wachsende Nachfrage zeigte deutlich den Bedarf. Im Jahr fanden rund 300 sozialpädagogische Beratungsgespräche statt.

2001: Die Einführung des Gewaltschutzgesetzes verändert auch die Arbeit im Frauenhaus: die Belegzahlen sinken zunächst – die Zahl der ambulanten Beratungen steigt weiter an.

Die Einrichtung der "BISS" Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt stellt eine zusätzliche Verbesserung der Versorgung von betroffenen Frauen dar.

2003: Das Frauenhaus muss personelle Einschnitte aufgrund von Kürzungen im Sozialbereich hinnehmen – gleichzeitig sichert die Stadt Emden unsere Arbeit durch eine Leistungsvereinbarung ab – das Frauenhaus ist nun eine Pflichtleistung der Stadt; die Frauenberatung findet nicht mehr extern, sondern nach Anmeldung im Frauenhaus statt.

2005
: Die BISS Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt wird an das Frauenhaus Emden angegliedert.


Perspektiven

Die deutlich verbesserte Rechtslage zum Schutz und zur Sicherheit von betroffenen Frauen ist ein wichtiger Schritt zur Verminderung der Gewalt gegen Frauen.

Weiterhin muss aber Schutz, Beratung und Präventionsarbeit konsequent zur Verfügung stehen. Hierbei ist das Frauenhaus mit der "BISS" Emden als Baustein nach wie vor unverzichtbar.

Prävention zur Vorbeugung der Männergewalt sowie Täterarbeit und Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen gehören zur Handlungskette "häusliche Gewalt" dazu und sollten auch in Emden aufgebaut und Regelangebot werden.

Datei öffnen 20 Jahre Frauenhaus Emden [ 4946.19 kb ]


 

Frauenhaus & Notruf

Schutz und Hilfe bei häuslicher Gewalt.
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